Nationalgalerie

Die ersten Ideen eine Nationalgalerie einzurichten entstanden um das Jahr 1815 und verstärkten sich in den 1830er-Jahren. Sie beinhalteten jedoch kein eigenes Gebäude. 1841 kamen die ersten konkreten Pläne auf, die Nationalgalerie einzurichten, wurden in der Folge jedoch nicht verwirklicht. In diesem Jahr gab es auch einen Plan durch Friedrich August Stüler, der nördlich des Alten Museums einen Tempelbau vorsah. Er geriet jedoch nicht über die Vorstufe hinaus und wurde nicht weiter konkretisiert.

Friedrich August Stüler begann 1862 mit den Planungen des Gebäudes der Nationalgalerie. Zwei Jahre später legte er den dritten Plan vor, der auch genehmigt wurde. 1865, nachdem Stüler verstorben war, wurde dieser von Carl Busse weiter in den Details ausgearbeitet. Im Jahre 1866 gründete sich nach einer Königlichen Kabinetts-Ordre die Kommission für den Bau der Nationalgalerie, welche den Bau begleiten sollte.

Zusammen mit der großflächigen Dachverglasung, die erst seit kurzer Zeit möglich war, bildete das Museum den Stand des bautechnisch Möglichen ab.

Auf der Freitreppe befindet sich das Bronze-Reiterstandbild für König Friedrich Wilhelm IV. mit den Sockelfiguren „Religion“, „Kunst“ (Poesie), „Geschichte“ (Historie) und „Philosophie“, gegossen 1886 von Alexander Calandrelli (nach einem ersten Entwurf von Gustav Bläser).

Zur Eröffnung war die Nationalgalerie nur mit relativ wenigen Werken ausgestattet. Neben der Gemäldesammlung Wageners wurde anfangs nur eine Kollektion von Kartons von Peter von Cornelius gezeigt, die dem preußischen Staat hinterlassen worden waren und die dieser nun würdig unterbringen wollte.

Als erster Museumsdirektor trat 1874 Max Jordan sein Amt an. Sein Nachfolger Hugo von Tschudi, der 1896 das Amt übernahm, erwarb impressionistische Kunst für die Nationalgalerie. Dabei riskierte er den Konflikt mit dem Kaiser, da die Ausrichtung der Nationalgalerie auf deutsche Kunst damit aufgehoben wurde. Nachdem Ludwig Justi 1909 den Direktionsposten angetreten hatte und somit Tschudi nachfolgte, erweiterte dieser die Sammlung um expressionistische Kunstwerke.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Alte Nationalgalerie bei Bombenangriffen, durch Granatenbeschuss und im Häuserkampf, gegen Kriegsende, schwer beschädigt. Es ist bis heute nicht geklärt, welche Kunstwerke in dieser Zeit zerstört wurden und welche als Beutekunst in die Sowjetunion gelangten.

Schon 1945 gab es erste Bemühungen, Geld für den Wiederaufbau des Gebäudes der Alten Nationalgalerie zu erhalten. 1947 begannen die Enttrümmerungsarbeiten, 1948 der Wiederaufbau. Bereits 1949 konnte das Museum in Teilen wiedereröffnet werden.

Standbild mit Sockelfiguren nach Restaurierung, 1994, vor dem Neuen Museum.

Die Alte Nationalgalerie wurde 2001 nach einer Generalsanierung als erstes Gebäude der Museumsinsel wiedereröffnet. Die Neugestaltung des Eingangsbereichs, der Einbau zweier Säle für die Werke von Caspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel, sowie die Integration der nach heutigem Stand erforderlichen Haustechnik waren die wichtigsten Aufgaben während des fast zehnjährigen Planungs- und Realisierungszeitraums.